Die Umgebung entdecken

Drei Entdeckungsreisen rund um Pornichet

Man verlässt die Strandpromenade, fährt nur wenige Minuten — und schon verändert sich die Landschaft völlig. Rund um Pornichet erzählen drei nahegelegene Regionen jeweils eine ganz eigene Geschichte: von Ozeanriesen und Schiffbau, von Sümpfen, in denen traditionelle Boote lautlos durch das Wasser gleiten, und vom Salz, das hier seit Jahrhunderten von Hand geerntet wird. Drei Richtungen, drei mal eine ganz andere Atmosphäre, drei Möglichkeiten, den Aufenthalt zu verlängern.

Image

Die rot-weißen Kräne der Werft sieht man schon lange vor der Ankunft. Nur wenige Minuten von Pornichet entfernt zeigt Saint-Nazaire ein eindrucksvolles maritimes Erbe: Hafenbecken, im Bau befindliche Kreuzfahrtschiffe, Schlepper, Fischerboote und der monumentale U-Boot-Bunker — ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg, das heute kulturelle Einrichtungen beherbergt. Weiter im Hafen kann das U-Boot Espadon vom Bug bis zum Heck besichtigt werden, inklusive enger Gänge und dem unverwechselbaren Geruch von Metall. Großflächige Street-Art-Werke bringen Farbe an die Mauern einer Stadt im ständigen Wandel. Von der Brücke über die Loiremündung bis zu den Terrassen entlang der Strandpromenade verbindet Saint-Nazaire industrielle Größe mit modernem urbanem Leben.

Man steigt in einen chaland, das traditionelle flache Boot der Region, und sofort kehrt Ruhe ein. Der Regionale Naturpark Brière offenbart sich entlang kleiner Kanäle, zwischen Schilffeldern, Weiden und typischen reetgedeckten Häusern. Der Fährmann bewegt das Boot mit einer langen Stange vorwärts, während lautlos ein Reiher auffliegt. Die Brière scheint außerhalb der Zeit zu existieren: die Sumpflandschaften reichen bis zum Horizont, Himmel und Wasser scheinen eins zu werden. Alles wird langsamer. Man beobachtet, atmet tief ein und nimmt den erdigen Duft von Torf und nassem Schilf wahr. An Land erwarten Sie malerische Dörfer wie Kerhinet mit ihren restaurierten Reetdachhäusern.

Guérande ist stolz auf seine befestigte Altstadt: der Stadtmauerring aus dem 14. Jahrhundert ist bis heute vollständig erhalten. Hinter den mächtigen Stadttoren erzählen gepflasterte Gassen von mehr als tausend Jahren Geschichte. Außerhalb der Mauern beginnt eine andere Landschaft: die Salzgärten formen ein silbernes Mosaik aus flachen  Becken, in denen Salzbauern noch heute Salz von Hand ernten — jeder Handgriff ist seit Jahrhunderten überliefert. Dieses filigrane Netzwerk aus Wasser und Lehm bildet ein äußerst empfindliches Ökosystem. Zugang zu diesen privaten Salzfeldern ist ausschließlich im Rahmen einer geführten Besichtigung möglich. Weiter geht es auf der Halbinsel von Le Croisic zum Meerwasseraquarium Océarium und zu zerklüfteten Klippen mit Blick auf das offene Meer.