Slow Life seit jeher

Sainte-Marguerite – das Viertel Pornichets abseits der Hektik

Es gibt in Pornichet einen Ort, an dem Alleen noch immer vom Schatten der Pinien bedeckt sind, an dem Villen sich hinter Hecken verstecken, als wollten sie sich vor der Hektik der Welt schützen. Sainte-Marguerite besucht man nicht einfach — man spürt diesen Ort. Man kommt über den Strand, bleibt in den stillen kleinen Straßen hängen und verweilt bis zum Sonnenuntergang. Hier ist Entschleunigung keine Entscheidung. Es ist ganz einfach der natürliche Rhythmus des Lebens.

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Das versteckte Juwel von Pornichet

Der Strand von Sainte-Marguerite

Das Morgenlicht fällt sanft durch die Äste der Pinien und legt sich auf den Sand von Sainte-Marguerite. Es ist der kleinste der drei Strände von Pornichet — und genau deshalb wird er so geschätzt. Keine Menschenmengen, keine Hektik. Ein Kilometer Küste, gesäumt von historischen Villen und einer bewaldeten Umgebung, die jeden Besuch wie ein vertrautes Wiedersehen wirken lässt.

Man kommt hierher, um einfach abzuschalten — mit den Füßen im warmen Sand und einem geöffneten Buch auf dem Schoß. Paare treffen sich hier, Bewohner des Viertels kehren zurück wie zu einem vertrauten Freund. Im Sommer lädt das ruhige Wasser zum Baden ein, bevor man auf einer Terrasse ein kühles Getränk genießt. Im Herbst wirkt alles noch sanfter, fast romantisch, wenn der Strand leerer wird und sich der Horizont scheinbar immer weiter öffnet.

Hier lebt das Pornichet vergangener Zeiten weiter. Das Pornichet vor dem Trubel. Jenes, das einst die ersten Urlaubsgäste anzog, die wegen der wohltuenden Mischung aus Meeresluft und Pinienduft an diese Küste kamen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts kommt man nach Sainte-Marguerite, um tief durchzuatmen. Daran hat sich nichts geändert.

Wenn die Pinien von der Belle Époque erzählen

Belle-Époque-Villen zwischen Pinienwald und Meer in Sainte-Marguerite

Geht man vom Strand hinauf in die ruhigen Alleen des Viertels, zeigt Sainte-Marguerite sein wahres Gesicht. Nach und nach erscheinen elegante Villen, versteckt zwischen Pinien wie gut gehütete Geheimnisse. Charles Mercier, ein Pariser Anwalt und später ab 1900 erster Bürgermeister Pornichets, plante dieses Viertel bereits 1886. Seine Vorgaben waren streng: keine Geschäfte, kein Spielkasino. Nichts sollte die Ruhe des Ortes stören.

Mehr als ein Jahrhundert später lässt sich das Ergebnis bei jedem Schritt bewundern. Die kunstvoll gestalteten Fassaden erzählen von einer Zeit, als wohlhabende Gäste aus England die Mode des Badens im Meer an diese Küste brachten. Damals ging man noch in Wollanzügen und nur für wenige Minuten ins Wasser — streng nach ärztlicher Empfehlung. Bunte Strandkabinen säumten den Strand. Selbst Sarah Bernhardt verbrachte mehrmals Ferien in Sainte-Marguerite und besuchte regelmäßig das Hôtel de l’Océan.

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Heute bietet das Tourismusbüro geführte Rundgänge durch Sainte-Marguerite an, die diese Geschichte wieder lebendig werden lassen. Während eines etwa neunzigminütigen Spaziergangs entdeckt man ein Viertel, in dem die Zeit fast stehen geblieben zu sein scheint, betrachtet architektonische Details und hört Geschichten über Villen, in denen einst Künstler, Schriftsteller und wohlhabende Familien lebten.

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Zwei Landspitzen bei Sonnenuntergang

Sonnenuntergang in Pornichet: wenn in Sainte-Marguerite der Himmel in Flammen stehtsoleil à Pornichet à Sainte-Marguerite

Sainte-Marguerite wäre nicht vollständig ohne seine markanten Felsvorsprünge. Im Norden liegt die Pointe de Congrigoux, deren bretonischer Name auf eine von Megalithen gesäumte Bucht verweist. Hier wurden Feuersteine aus der Jungsteinzeit gefunden — ein Zeichen dafür, dass diese Landschaft die Menschen schon seit Jahrtausenden fasziniert. Im Süden liegt die Pointe de la Lande, auf Bretonisch Fall Amzer — « dort, wo schlechtes Wetter herrscht » — paradoxerweise einer der schönsten Orte der gesamten Küste, um den Sonnenuntergang zu beobachten.

Etwas weiter lädt das Naturgebiet Lande de Cavaro zu entspannten Spaziergängen ein. Man läuft ohne Ziel durch Heidelandschaften und kleine Naturwege, umgeben von einer Landschaft, deren Schönheit gerade in ihrer Schlichtheit liegt.

Hier findet der Tag seinen perfekten Abschluss. Die Sonne sinkt langsam in den Atlantik, der Himmel färbt sich von sanftem Rosa zu leuchtendem Orange, und man bleibt einfach stehen, den Blick auf den Horizont gerichtet. Dieses tägliche Ritual verliert nie seinen Zauber. Man kommt zurück, schaut, atmet tief durch — Strand für Strand, ganz langsam.